Meilenstein für den Kohleausstieg: MSCI integriert urgewald Daten

Quelle: Axel Fischer / Shutterstock.com

Das Ziel der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald ist es, Finanzströme in die fossile Industrie möglichst bald und weitreichend zu stoppen – als einen zentralen Hebel zur Bekämpfung des Klimawandels. Mit der Entwicklung wegweisender Datenbanken hat urgewald bereits weitreichende Divestment-Entscheidungen der Finanzindustrie angestoßen.

MSCI integriert urgewald Daten

Daran hat urgewald lange gearbeitet, gebastelt und verhandelt – und das mit Erfolg: Als erster großer Finanzdienstleister greift MSCI auf urgewalds Daten zurück und integriert diese in das Nachhaltigkeits-Tool ESG Manager.

MSCI ist ein US-amerikanischer Finanzdienstleister mit großem Einfluss auf die Welt des Investment Bankings. Seine Dienstleistungen umfassen internationale Aktienindizes aber auch Portfolio- und Risiko-Analysen. Diese werden von Banken, Vermögensverwaltern, Versicherern aber auch Privatanleger*innen weltweit genutzt. 

MSCI ist ein führender Anbieter von ESG- und Klimadaten: Das Nachhaltigkeits-Tool ESG Manager ermöglicht es Kund*innen, Vermögen entsprechend von ESG-Kriterien effizient zu verwalten. ESG meint hier ökologische (Environment), soziale (Social) und rechtliche (Governance) Kriterien, die Investor*innen berücksichtigen, um nachhaltige Entscheidungen zu treffen. In diesem Tool findet man seit neustem auch Daten aus urgewalds Global Coal Exit List GCEL. Aktuell nutzen über 1000 Finanzinstitute dieses Tool für ihre Geldanlage. Sie können nun mit Hilfe der urgewald Daten Unternehmen ausschließen, die ihre Kohleaktivitäten immer noch weiter ausbauen.

Wichtige Daten für den Kohleausstieg

Die in der GCEL gelisteten Unternehmen repräsentieren 95 % der weltweiten Kraftwerkskohleproduktion und 90 % der weltweiten Kohlekraftwerkskapazität. GCEL ist die erste Datenbank, die in die Zukunft gerichtete Daten zur Verfügung stellt: Das Expansionskriterium. Es zeigt auf, welche Unternehmen ihre Kohleabbauaktivitäten ausweiten, neue Kohlekraftwerke entwickeln oder andere kohlebezogene Infrastruktur bauen.

Dass nun einer der wichtigsten Finanzdienstleister diese Daten zur Verfügung stellt, ist ein Meilenstein. Und urgewald ist überzeugt: Das ist der Durchbruch für einen verstärkten Ausschluss von expandierenden Kohle-Unternehmen aus vielen Portfolios. Für Kohle-Expansion ist einfach kein Platz mehr in einer Welt, die schon jetzt unter den Folgen des Klimawandels ächzt.

Quelle: urgewald, 2021 - Kriterien der Global Coal Exit List GCEL

Langfristige Verantwortung

Die Wirkung der urgewald Daten entfaltet sich über die Zeit: Durch urgewalds Finanzrecherchen und Kampagnen wächst das Reputationsrisiko für Geldgeber – und nach und nach kann der Kapitalstrom für fossile Unternehmen versiegen. Diese langfristige Perspektive bringt eine hohe Verantwortung mit sich – denn die Daten wirken nur dann, wenn urgewald sie auch in Zukunft zur Verfügung stellt.

Dieser Verpflichtung kann urgewald nur nachkommen, wenn die Finanzierung sichergestellt ist. Dank der Unterstützung der Stiftung Zukunft jetzt! kann urgewald auch 2023 die wichtige Arbeit an den Datenbanken und Kampagnen fortsetzen.

>> urgewald.org
>> Global Coal Exit List

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