Umweltstiftung Greenpeace

Foto: Lars Richter

Über die Stiftung

Die Umweltstiftung Greenpeace gehört zur internationalen Greenpeace-Familie. Sie widmet sich dem Schutz der Umwelt und Natur und fördert die Friedensforschung. Wir wollen den einzigartigen Naturreichtum unseres Planeten erhalten und setzen uns für den Schutz der Lebensgrundlagen ein. Dazu fördern wir unter anderem gemeinnützige Projekte im Bereich Wald- und Klimaschutz, Meeres- und Artenschutz und die Friedensforschung. Jährlich unterstützen wir etwa 30 Vorhaben in Deutschland und weltweit. So stärken wir die internationale Greenpeace-Kampagnenarbeit durch flankierende und ergänzende Projekte.

In einer globalisierten Wirtschaft wirkt das Stiftungskapital mit ethischen, sozialen und ökologischen Standards im Sinne des Gemeinwohls. Die Umweltstiftung Greenpeace ist überparteilich sowie politisch und finanziell unabhängig.

Conservation is a cause that has no end. There is no point at which we will say our work is finished.

— Rachel Carson
Bezug der Gründerin

Warum wir fördern

Die Umweltstiftung Greenpeace engagiert sich seit über 20 Jahren weltweit für den Erhalt und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur.

Mit viel Weitblick und einer großen Bandbreite an Nachhaltigkeitsthemen, wie dem Wald- und Biotopschutz, dem Meeresschutz, der Artenvielfalt, sowie dem Tierschutz, dem Klimaschutz und der Umwelttechnologie, stellt sie die richtigen Weichen für die Zukunft – im Sinne jetziger und zukünftiger Generationen.

Die Stiftung Zukunft Jetzt! unterstützt die Umweltstiftung Greenpeace mit aktuell drei Projekten, um diese großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen gemeinsam meistern zu können. Unser besonderer Fokus liegt auch hier bei der Kinder- und Jugendumweltbildung.

Projektdetails

Was wir fördern

Die Unterstützung der Stiftung Zukunft Jetzt! fließt in folgende Projekte zum Wald- und Klimaschutz:

AMAP e.V.

Baumpflanzprojekt zum Schutz des Atlantischen Regenwaldes in Brasilien. Der Mata Atlântica-Tropenwald an der Ostküste Brasiliens ist ein Artenparadies – doch nur noch sieben bis zwölf Prozent des ursprünglichen Waldes sind intakt. Viele Tiere können die Lücken zwischen verbliebenen Waldinseln nicht überwinden. Der deutsch-brasilianische Verein AMAP (Almada Mata Atlântica Project) pflanzt deshalb Korridore aus neuen Bäumen. Dazu kauft der Verein Land von Kakaofarmen und kooperiert mit Wissenschaftler*innen.
 
Um eine 200 Hektar große, ökologisch wertvolle Farm zu sichern, hat AMAP 2020 den Kauf dieser Farm gestartet. Neben 35 Hektar Weidefläche verfügt Santa Rita über 145 Hektar Kakaowald, in dem gleich mehrere Familienverbände der Goldkopflöwenäffchen beheimatet sind. Damit ist die Farm ein wichtiger Bestandteil des Lebensraumes der Goldkopflöwenäffchen, welche hier eine hohe Abundanz aufweisen, obwohl die Farm als Kakaowald genutzt wird. Eine Artenerfassung, die 2020 auf Santa Rita durchgeführt wurde, zeigte außerdem, dass die Farm auch für viele andere Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum darstellt.
 
Der Kauf ermöglicht AMAP Brasilien, den ökologisch wertvollen Kakaowald der Fazenda Santa Rita langfristig zu erhalten und die ehemaligen Weideflächen wiederaufzuforsten. Wie im Zuge der Aufforstungen auf dem nahe gelegenen Vereinssitz, der Fazenda Bom Pastor, wo bis Ende 2021 bereits fast 50.000 Setzlinge auf 46 Hektar für einen Wildtierkorridor gepflanzt worden sind, sollen auch auf Santa Rita Setzlinge heimischer Arten (die sich beispielsweise für Schlaf- und Futterbäume für die Goldkopflöwenäffchen besonders gut eignen), von einer lokalen Baumschule bezogen werden. Die auf Santa Rita lebenden Äffchengruppen können so langfristig gesichert werden.
 
Außerdem sollen im Rahmen von Forschungsprojekten neben bereits besenderten Äffchengruppen weitere Familienverbände erforscht werden, um zu verstehen, wie Kakaowälder als Lebensraum genutzt werden. Mit diesem Wissen kann das Management des Kakaowaldes den Ansprüchen der Goldkopflöwenäffchen angepasst werden, um so die Artenvielfalt der Region zu erhalten.
 
Die Kakaowälder (Cabrucas) von Santa Rita will AMAP wie auf Bom Pastor in die Demeter-Zertifizierung geben, um auch hier den traditionellen Kakaoanbau nachhaltig-ökologisch im Einklang mit Artenschutz zu entwickeln. Anlässlich der bereits gestarteten Zertifizierung auf Bom Pastor ist AMAP der örtlichen Cabruca-Kooperative in Ilhéus als Mitglied beigetreten. Der Erhalt und die Verbreitung des ökologisch-nachhaltigen Kakaoanbaus sind ein wichtiger Bestandteil im Schutzkonzept von AMAP.

Foto: Lars Richter

Kids for Forests

In vielen Teilen Russlands dominieren öde baumlose Steppen das Bild. Der Mensch hat die einst ausgedehnten Wälder abgeholzt – und spürt nun die Folgen von Erosion und verändertem Mikroklima. Beim Projekt „Kids for Forests“ zieht Greenpeace zusammen mit Freiwilligen und Schulkindern Setzlinge und pflanzt damit neue Wälder. Gestartet ist das Projekt 2002 in der Nähe von Moskau.

Inzwischen hat sich das Projekt neu aufgestellt. Lag der Fokus vorher auf der Arbeit mit Schulen, wendet sich Greenpeace Russland mit seinem Aufforstungsprojekt nun an die breite Öffentlichkeit. Das Ziel: Menschen für die Bedeutung von Wäldern zu begeistern und heute baumlose Gegenden wieder zu bewalden. Dafür konzentriert sich das Kids for Forests Team seit 2019 auf ein neues Leuchtturmprojekt: Im Ugra-Nationalpark, 200 Km südwestlich von Moskau, soll auf heute brachliegendem Agrarland ein naturnaher Mischwald entstehen. Wie in vielen Regionen Russlands wurden auch in der Region Kaluga, in der sich der Nationalpark befindet, über Jahrhunderte hinweg die einst ausgedehnten Laubwälder in Äcker und Weiden verwandelt. Heute liegen viele dieser Flächen brach. Einmal im Jahr findet in Kaluga nun ein von Greenpeace organisiertes großes Pflanzevent mit vielen hundert Freiwilligen statt. Baumloses Grasland wird so zurück in jungen Wald verwandelt. Von 2019 – 2021 wurden bereits über 8.000 Setzlinge gepflanzt. Außerdem helfen Freiwillige bei der Pflege der jungen Bäumchen, die in den ersten Jahren immer wieder von hohem Gras befreit werden müssen. Auch in Kaluga arbeitet Greenpeace Russland außerdem mit Schulen zusammen. Die Kinder lernen, Baumschulen in ihren Schulgärten anzulegen, und pflanzen ihre selbst gezogenen Setzlinge beim jährlichen Pflanzevent mit aus.

Die meisten Setzlinge für die Pflanzungen stammen aus der projekteigenen Baumschule auf dem Gelände des Ugra-Nationalparks. Greenpeace-Team und freiwillige Helfer ziehen hier aus selbst gesammelten Samen tausende junge Bäume heimischer Laubbaumarten heran.

Sein Wissen teilt das Projektteam über eine eigens eingerichtete Social-Media-Plattform (ähnlich Facebook) mit inzwischen mehr als 1.200 Interessierten. Das Team informiert u.a. darüber, wie man Baumschulen anlegt, Setzlinge heimischer Arten heranzieht, was bei Aufforstungen zu beachten ist und wie man die wachsenden Wälder pflegt.

Ein Hindernis will das Team in den nächsten Jahren ganz besonders angehen: In Russland ist es verboten, dass Wälder auf Flächen wachsen, die einst landwirtschaftlich genutzt wurden. Das Gesetz stammt noch aus Sowjetzeiten und sollte die Versorgung des Landes mit Nahrungsmitteln gewährleisten. Über 100 Millionen Hektar einstigen Ackerlandes liegen in Russland brach. Ein schier unglaubliches Potential für Klimaschutz und Artenvielfalt. Doch wachsen darf hier nichts. Die Wiederbewaldung böte auch der ländlichen Bevölkerung dringend benötigte Arbeitsplätze und Einkünfte durch Waldbewirtschaftung und Holzverkauf. Auch könnte dadurch der Einschlag in Urwäldern drastisch reduziert werden. Seit Jahren kämpft Greenpeace Russland gegen das Gesetz. Und obwohl Präsident Putin Ende 2018 ein Gesetz unterzeichnete, das Wälder auf landwirtschaftlichen Flächen legalisieren sollte, hat sich bis heute nichts getan.

Greenpeace will erreichen, dass ab 2023 jeder, der will, auf seinem Land Wald pflanzen oder wachsen lassen darf. Der Modell-Wald im Ugra-Nationalpark ist somit auch ein Vorbild für künftige Waldbauern und eine Vorbereitung auf den Tag, an dem Aufforstung in Russland endlich leichter wird.

Der gesetzliche Schutz für Wälder auf Agrarflächen würde auch bei einem anderen Problem ansetzen: Viele Menschen brennen Gras oder aufkommende Wälder auf ihrem Land einfach ab – und das nicht nur, weil sie das für eine unbedenkliche Tradition halten. Für das Verbuschen ehemaliger Agrarflächen drohen auch Strafen bis hin zur Enteignung. Außer Kontrolle geratene Feuer führen dann oft zu verheerenden Landschafts- oder Waldbränden. Auch im Ugra-Nationalpark ist der Schutz der Pflanzung vor Frühjahrsbränden eine der wichtigsten Aufgaben. Dazu hat das Projektteam seit 2021 eine Feuerwache eingerichtet. Mit Erfolg: Die Feuer konnten vor Erreichen der Pflanzung gestoppt werden. Ein neues Waldgesetz wäre ein wichtiger Hebel, um Waldbrände in Russland entscheidend einzudämmen.

Fotos: Greenpeace Russland/Slava Zamyslov

Scouts go Solar

Pfadfinder*innen bringen Solarenergie in die ganze Welt. Sie lernen in internationalen Lehrgängen der Schweizer Organisation Solafrica, wie sie als „Solarbotschafter*innen“ Sonnenenergie in den Alltag bringen können und wie wichtig das für die Umwelt ist. So entstehen zum Beispiel Solar-Kocher, -Uhren oder -Taschenlampen. Jede genutzte Sonnenstunde verringert den Einsatz klimaschädlicher fossiler Energien.

Video

Primates: The Trials of Being a Tiny Parent

Die Goldkopflöwenäffchen im AMAP-Gebiet wurden 2020 von der BBC und dem japanischen Staatsfernsehen besucht. Entstanden ist ein Film, der den Äffchen über Brasilien hinaus zu dringend notwendiger Öffentlichkeit verholfen hat.

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Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet!

— Greenpeace
Mittelverteilung

Unsere Förderungen 2020 und 2021

130.000 €

AMAP e.V.

Brasilien

Baumpflanzprojekt zum Schutz des Atlantischen Regenwaldes in Brasilien.

30.000 €

Kids for Forests

Russland

Freiwillige und Schulklassen forsten brachliegende Flächen wieder auf.

20.000 €

Scouts go Solar

International

Pfadfinder*innen bringen Solarenergie in die ganze Welt.

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jetzt@stiftung-zukunftjetzt.de

Disclaimer

Die Stiftung arbeitet nicht operativ: Im Rahmen ihrer Schwerpunkte sucht sie sich Partner aber initiiert keine Projekte. In dem Zusammenhang ist eine Förderung auf Antrag nicht möglich.

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